„Die Redewendung „Nach mir die Sintflut“ – ursprünglich Madame de Pompadour zugeschrieben – steht heute sinnbildlich für Egoismus, rücksichtslose Ausbeutung von Ressourcen und die Verweigerung von Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen. Sie beschreibt eine Haltung, die kurzfristigen Eigennutz über langfristiges Überleben stellt.“
So beschreibt es die KI, wenn man sich die Headline erklären lässt. Und ihr werdet sehen, das trifft exakt auch unser heutiges Thema.
Ja, ich verkaufe meine Autos in der Regel wieder. Das hab ich immer so gemacht, wahrscheinlich werd ich das auch weiterhin so halten. Das hat den Vorteil, dass ich viele neue Erfahrungen, Bekanntschaften und Erlebnisse sammeln kann, ohne mich um unzählige Autos kümmern zu müssen. Immer dieselbe Marke oder nur ein Modell, das wär mir viel zu öde. Ich bin mit alten Autos, solange sie in meinem Besitz sind, aber auch sehr penibel, was Nutzung und Pflege angeht. Das hat den Nachteil, dass es nach mir für viele meiner ehemaligen Autos massiv bergab ging. Selbst, wenn sie zum Datum des Verkaufs schon Oldtimer waren. Ein paar dieser Stories teil´ ich heute mit euch.
Liebe Selbsthilfegruppe, ich bin der Lukas und mich wurmt was…
Ich hatte mal einen fast rostfreien 89er Subaru Leone Kombi. Mit originalen 42.000km aus erster Hand. Ich bin ihn im Winter nicht gefahren, hatte dann aber Lust auf was Anderes.

Also hab ich ihn verkauft. Nach wenigen Jahren, in denen er als Winterauto verheizt wurde, musste er vor der Verschrottung noch als Geburtstags-Gag für einen Opel-Jünger herhalten. Gut, dass ich ihn davor so gepflegt habe…

Ich hatte mal einen 89er Pajero V6 3000 Automatik mit Vollausstattung (Klima, Tempomat, Panoramadach etc.) und fast allem Zubehör, dass es damals gab. Toller Zustand, original, kein Rost, ein richtig geiles Auto.

Dann hatte ich aber Lust auf etwas Anderes. Also hab ich ihn verkauft. Wenige Jahre später taucht er wieder auf. Auf einem Pferdehof im Weinviertel. Zu Tode geritten, heruntergekommen, mit Motorschaden. Inseriert unter „nur für Export“.

Ich hatte mal den besten originalen 87er Mitsubishi Pajero 2.5TD Wagon Österreichs. Ungeschweißt, original, fast wie neu. Knapp über 100.000km, aus erster Familienhand. Natürlich hat er auch bei mir keinen Winter gesehen, auch im Regen blieb er in der Garage. Und irgendein doofer Camping-Overland-Offroad-Ausbau blieb ihm auch erspart. So muss das sein.

Dann hab ich mich nach 8 Jahren, in denen ich ihn wie einen Flügeltürer behandelt habe, zum Verkauf entschlossen. Sein neuer Besitzer ist Jäger. Fährt ihn ganzjährig, in Salz und Regen, mit Hund im Auto und Kanu am Dach. Ich erspar euch die Fotos.
Ich hatte mal einen 86er Subaru Leone Turismo, den ich komplett restaurieren ließ. Kein Winter, kein Regen, er war wohl der beste Leone Österreichs. Vergaser mit Umbau auf permanenten Allrad samt synchronisierter Untersetzung. Originale Alufelgen drauf. Toller Sound.

Dann hab ich ihn – aus einer Laune heraus – gegen eine Teilrestauration an einem meiner Pajeros getauscht. Der heutige Besitzer, ein guter und sehr geschätzter Freund von mir, lässt ihn leider seit 10 Jahren unter einem Flugdach im Freien vergammeln.

Ich hatte mal einen 85er Nissan Prairie 1.5GL. Ein schönes Exemplar, das nach einigen Reparaturen zuverlässig bis an den Balaton gecruist ist. Ich hab ihn optimiert, historisch eingetragen, stetig verbessert, hab auf Treffen unzählige Führungen durchs Fahrzeug veranstaltet, hab ein Buch über das Modell geschrieben. Das Ding war Kult, jeder in der Szene kannte den Prairie. Natürlich war er jeden Winter eingemottet, immer top gepflegt und penibel sauber.

Dann hatte ich das Gefühl, mich verändern zu müssen und hab ihn verkauft. An einen Herren, der ihn einen Winter lang als günstigen Transporter genutzt hat, bis er einen Unfall hatte und ihn loswerden wollte. Gott sei Dank ging er dann an einen Enthusiasten, der ihn hoffentlich repariert hat und ihn immer noch hegt und pflegt.
Das sind nur einige Beispiele, ich könnte die Stimmung noch viel nachhaltiger drücken. Was stellen wir fest? Ein Auto, das besondere Talente (Allrad, Stauraum, Anhängelast etc.) hat und vielleicht auch noch relativ günstig ist, kann noch so alt werden – Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand seine Talente bis zur völligen Materialermüdung nutzt, ist auch im Oldtimeralter groß. Ähnlich groß wie mein Frust, wenn ein Auto, das ich jahrelang penibel gepflegt und mit Samthandschuhen benutzt habe, beim nächsten Besitzer runtergeritten oder vernachlässigt wird.
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