Stuttgart 2026 – 8 Jahre später

Im Jahr 2018 war ich mit Leopold(i), dem Erstgeborenen, in Stuttgart. Porsche- und Mercedes-Museum. Jetzt ist er 11 und hat sich beschwert, dass er sich nicht erinnern kann. Das muss geändert werden. Daher gehts 2026 wieder in die Auto-Metropole. Aber wider Erwarten komme zumindest ich zwiegespalten retour.

Die Anreise mit dem Auto funktioniert gut, noch am Samstag Nachmittag gehts ins Porsche-Museum. Dort warten, neben den üblichen Verdächtigen (356, 911, blabla) auch einige spannende Exponate auf mich. Während Mini-Me sich für eine Fahrt im Simulator anstellt, hab ich genug Zeit, das „Projekt Langzeitauto“ und das „Versuchsfahrzeug 959“ zu inspizieren. Auch über die Transaxle-Kisten der 80er war ich erfreut.

Was mir aber ganz stark aufgefallen ist – Wenn man schon öfter , in meinem Fall mittlerweile das dritte Mal, dort war und kein Fan der Marke ist, holt einen der ganze „Kult“ drumrum und auch das Museum im Allgemeinen nicht mehr wirklich ab. So beeindruckend es bei meinem ersten Mal 2011 auch war. Gut, dass Carrera GT oder 918 Spyder mich nicht zu berühren vermögen, ist ja nicht deren Schuld. 2018 waren E500 und RS2 ausgestellt, auch das Projekt China-Porsche C88. Schade, dass gerade letzterer nicht zur Dauerausstellung gehört.

Schnitt – Ein Tag später, es ist Sonntag. Regenwetter, windig, kalt. Genau richtig, um den Tag im Museum von Mercedes-Benz zu verbringen.

Auch da das selbe Bild. Sehr beeindruckend beim ersten Mal, alleine die futuristischen Lifte, die einen ins achte Obergeschoß zum Start der Reise bringen. Aber schon bald folgt wieder das „Aber…“ in meinem Kopf.

So spannend die Reise durch die ersten 140 Jahre des schwäbischen Automobils auch startet, bleibt bei mir das Gefühl von ungestilltem Durst zurück. Die Fahrzeuge der letzten 40 Jahre kommen mir persönlich deutlich zu kurz. So spannend SSK und Flügeltürer auch sind, aber wo sind die W210, die W140, die W202? Keine frühe A-Klasse, nur ein einziger G, kein CLK…

Ja klar, der US-W140 von Arnold Schwarzenegger, zumindest ein W201 (einer von Nicolas Cage und ein ganz frühes Modell) und der altbekannte S202 der Polizei. Aber wenn ich da an die ganzen spannenden Designo-Versionen denke, die es allein vom W202, W210 und W220 gab…

Die Passage zwischen Museum und Niederlassung im Keller hat mich dann wieder versöhnt. Halloooo Schönheit!

Was man sich getrost sparen kann – Den Blick in die Niederlassung nebenan. Denn da zeigt sich, in welche absurde, geschmacklose Richtung die Marke mittlerweile abgedriftet ist. China und UAE lassen grüßen…

Ein SL mit 387 Maybach-Emblemen auf Stoßstange, Motorhaube und Dach, sehr zur Freude der arabischen Besucher. Und ein SL ohne Windschutzscheibe für eine Million Euro.

Wie hats dem Mini-Me gefallen? Porsche sehr gut, beim Daimler war ihm zu wenig jüngeres Zeug zu sehen. Fahren wir noch einmal hin? Ich denke nicht. Dreimal, wie in meinem Fall, sind wirklich genug und Mini-Me ist auch gesättigt.

Aber liegt da am Heimweg nicht noch ein grandioses Museum, das es garantiert schafft, mich zu 100% abzuholen? Bleibt neugierig!

L

Veröffentlicht von Lukas

Mit Herz und Hirn - immer hinterm Lenkrad und am Puls der Straße.

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