Malta – JDM im Mittelmeer

Sie will einfach weg. Weg von daheim, weg vom Winter, ein paar Tage raus. Er mag die südliche Nonchalance und alte Japaner im Straßenbild. Doch die Zeit ist begrenzt. Das von ihm geliebte Zypern lohnt sich unter einer Woche nicht. Was tun? Auf nach Malta.

Die maltesischen Inseln Malta und Gozo sind insbesondere unter Japan-Oldies-Freaks ein schwerstens unterschätztes Pflaster. Malta war von 1800 bis 1964 eine britische Kronkolonie, daher herrscht auch heute noch Linksverkehr. Gebrauchtwagen aus Europa sind nicht interessant, das Lenkrad ist auf der falschen Seite. Britische Kisten sind zu rostig. Also kamen in den letzten 30 Jahren große Mengen an Gebrauchtwagen aus Japan auf die Inseln. Und die sind gekommen, um zu bleiben. Denn mangels streusalzhaltigen Wintern ist Rost kein Thema.

Insbesondere die Insel Malta ist sehr dicht besiedelt, Platz ist in den zahlreichen Städten Mangelware. Ein ideales Pflaster für japanische Minibusse ala Suzuki Carry und Subaru Domingo. Perfekt für Kleinwagen wie den Toyota Passo oder den Suzuki Swift, fast alle mit Automatikgetriebe. Ausgeliefert und gebaut wird primär mit Toyota Dyna und Isuzu Elf, weil wendig und klein. Und fast alle haben sie noch die Aufkleber der ausliefernden Händler in Fukuoka, Nagasaki oder Tokyo drauf.

Sehr spannend am maltesischen Archipel sind die Dimensionen der Inseln. Auf der Karte schauen die Städte groß aus, das Freiland dazwischen wirkt weitläufig. Wenn man vor Ort ist, merkt man aber schnell, dass Malta kleiner ist als gedacht. Die weiteste Strecke von einem Küstenpunkt zum anderen beträgt nur 27 Kilometer. Gozo ist noch einmal deutlich kleiner. Ein Aha-Moment während unseres Aufenthalts – Die auf der Karte weit wirkende Wegstrecke vom Hotel in San Giljan zum Hafen nach Sliema war zu Fuß in 45 Minuten erledigt, dabei durchquert man drei (!) Städte.

Und sonst so? Malta ist im Vergleich zur Heimat verhältnismäßig günstig. Es gibt fast überall tolle Lokale mit großartigem Essen, meistens auch zu sehr fairen Preisen. Auch Einkaufen ist kostengünstig machbar, sofern es um Dinge des täglichen Gebrauchs geht. Hat Malta doch einen der niedrigsten Mehrwertsteuersätze der ganzen EU und drüber hinaus auch noch ermäßigte Sätze für handwerkliche Dienstleistungen oder Medizinprodukte. Dieses generell niedrigere Preisniveau zeigt sich auch oder besonders am Spritpreis.

Das Foto ist vor wenigen Tagen, nicht vor 5 Jahren, auf Gozo entstanden! Ja, auch das Einkommensniveau ist im Vergleich mit Österreich etwas niedriger, aber auch die Lebenshaltungskosten deutlich günstiger. Das ist keine Suderei, dazu finden sich einige fachlich fundierte Artikel im Internetz, lest selbst nach. Noch ein erwähnenswerter Punkt – Große Supermärkte und viele Geschäfte sind „Everyday, from 7:00 – 22:00“ geöffnet.

Und dann gibt es da – neben den sensationellen Altstädten von Valletta, Mosta oder Vittoriosa und neben dem Fehlen unserer Überreguliertheit – noch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit, für die sich die Reise allein schon lohnen würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Bleibt dran!

Lukas

Veröffentlicht von Lukas

Mit Herz und Hirn - immer hinterm Lenkrad und am Puls der Straße.

Hinterlasse einen Kommentar