Historischer Motorsport? Geht immer! Oldtimer, Youngtimer und Klassiker? Her damit! Und das auch noch fast vor der Haustüre? Keine Frage, da gehen selbst mir die Ausreden aus. Also nichts wie hin.
Das „Red Bull Ring Classics“ vereint sieben Rennserien an einem Wochenende. Vom Formel-Spuckerl mit Motorrad-Motor und 50PS bis hin zum 700 PS starken Oldsmobile Cutlass aus der amerikanischen TransAm-Serie ist bei 200 teilnehmenden Fahrzeugen fast für jeden was dabei. Auch für mich? Mal schauen, so schnell lass ich mich vom Gsieferl-Imperium nicht beeindrucken…


Nach einer Runde durchs Fahrerlager fällt auf – BMW-Fans kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Selten so viele E30 M3 und M1 auf einem Fleck gesehen.






Aber es ist auch abseits der Renn-Geräte so manch Spannendes dabei. Wann sieht man schon einmal einen in Österreich zugelassenen RAM TRX (70.000€ NoVA!!) oder einen GMC Sierra Denali 3500 Duramax Dually?





Nicht schlecht. Jetzt aber ab zum Renngeschehen. Von der Dachterrasse des Race Club ist die Aussicht optimal und – ein großer Vorteil ab einem gewissen Alter oder einem gewissen Grad der persönlichen Bequemlichkeit – man sitzt auch deutlich gemütlicher als auf der normalen Tribüne.





Wenn es nach mir ginge, könnte man die Boss GP-Formelserie weglassen. Offene einsitzige Formelfahrzeuge sind mit meiner Vorliebe für „richtige“ Autos nicht vereinbar. Aber wenn ich das ewige Duell Mercedes-Benz W201 gegen BMW E30 in der DTM Classics beobachten darf, geht auch mir das Herz auf. Der Sound des BMW M1, pilotiert von Leopold Prinz von Bayern, lädt zum Niederknieen ein und Roland Asch im Sierra Cosworth mit der Startnummer 2 kanns auch immer noch.








Dass es beim Alfa Revival Cup mit unzähligen Bertone-Coupes und einer tapferen, hinterher hechelnden Giulia so hart zur Sache ging, war überraschend, aber gern gesehen. Sie schenken sich nichts, die Italiener.


Mein persönlicher Held des Tages? Der Fahrer des weiß-gelben Opel Ascona B, der im letzten Lauf der NK HARC 82-90-Serie so erfolglos wie auch heldenhaft gegen die zwei BMW E30 gekämpft hat. Dass es letzten Endes nicht ganz gereicht hat und er sie ziehen lassen musste, ist nebensächlich.

Ist das Red Bull Ring Classics sehenswert? Unbedingt! Komm ich wieder? Wahrscheinlich schon. Auch als Race-Club-Member? Hm… Der Komfort im VIP-Bereich ist definitiv höher als auf einer Tribüne, Essen und Trinken ist all inclusive dabei und ein Parkplatz vor der Tür auch ganz bequem. Ist der Tag aber den Einzelticket-Preis von 520€ wert? Das muss jeder für sich beantworten.
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