Ein Champagner-Rausch? Nein, ein Marketing-Schwipps, offenbar. Heute gehts um die vermeintlichen Premium-Autos und wie toll sie wirklich sind. Bloßgestellt von niemand Geringerem als Matthias Malmedie.
Deutsche Marken, etwa Audi und BMW, rühmen sich immer damit, die erlauchte Riege der Premium-Hersteller erfunden zu haben. Doch was macht ein „Premium-Fahrzeug“ eigentlich aus? Fragen wir das Internetz:
Ein Premium-Auto zeichnet sich durch überlegenen Komfort, fortschrittliche Technologie, erstklassige Materialien, leistungsstarke Motoren und präzise Verarbeitung aus und spricht eine anspruchsvolle Kundschaft an.
Alles klar. Wenn das so ist, müsste man sich ja um diese Premium-Geräte regelrecht reißen, oder? Matthias Malmedie hat sich an Hand eines 2019er BMW 520d Touring und eines 2018er Audi A6 Avant 2.0 TDI angeschaut, ob am Premium-Anspruch auch nach 7 Jahren Nutzung noch was dran ist.

Beide etwa 7 Jahre alt, beide um die 60.000km drauf, beide kosteten als Neuwagen um die 70.000€, heute um die 32.000€. Relativ junge „Premium“-Gebrauchte für viel Geld, da sollte nichts schief gehen. Daran glaubt man, bis der Händler bei Minute 20 erwähnt, dass bei beiden Gebrauchtwagen „keine Fehler gelöscht“ wurden. Die Autos stünden laut Händler „draußen, in der Kälte“. Daher könne „jederzeit sporadisch ein Fehler auftreten“. Das Kamerateam solle sich nicht wundern.
Das klingt ja mal so richtig Premium. Er habe auch immer ein Diagnose-Tool in der Tasche. Weil „wenn man mal 600km mit dem privaten Audi RS6 wohin fährt und plötzlich eine Lampe kommt“ dann wäre das toll, wenn man gleich eine Diagnose machen könne. Aha…

Malmedie startet zur Probefahrt mit dem BMW 520d Touring von 2019. Steckt gegen Ende der Fahrt sein Diagnosegerät ans OBD-II und was passiert? Das Gerät findet 101 (!!) Probleme in 30 Steuergeräten. Bei einem 6 1/2 Jahre jungen Gebrauchtwagen mit 55.000km!

Auf diesen Schreck werden die Fehlerspeicher gelöscht, eine anschließende Sofort-Diagnose wirft aber immer noch 18 (!) aktuelle Fehler aus. Na das ist ja beruhigend. Was mich verwundert – Der Audi wurde bestimmt auch ausgelesen, das Material aber rausgeschnitten, nicht veröffentlicht. Daher gibt es keine Vergleichswerte. Schade.
Und jetzt kommt mein Economy-Car. Billig-Auto, wie manch böse Zunge behauptet. Ein Toyota Auris TS Hybrid von 2018. Mit 130.000km auf der Uhr. Selbstverständlich fährt der nicht so komfortabel, so flott und so gediegen wie ein 5er oder ein A6. Kann er auch gar nicht, da wären wir beim berühmten Vergleich mit den Äpfeln und den Birnen. Aaaaber…

Auch ich hab ein Diagnosegerät. Auch ich hab das bei mir angesteckt und meinen Gebrauchten ausgelesen. Und was wirft mein OBD-II aus?


Nein, es wurden im Vorfeld nicht über 100 Fehler gelöscht, um sauber dazustehen. Man glaubt es kaum – auch er steht immer draußen, auch wenn es kalt ist. Was sagt das Internetz dazu?
Japanische Autos zeichnen sich durch hohe Zuverlässigkeit, Präzisionstechnik und Langlebigkeit aus, was zu einem hohen Wiederverkaufswert führt.
Ach ja genau, das war´s.
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